„Der Spaß muss im Vordergrund stehen“ – PokerOlymp-Interview mit Pius Heinz
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- Rainer Vollmar, Donnerstag. 17. November 2011
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Als neuer Pokerweltmeister ist er ein gefragter Mann, dem es an Medienterminen wahrlich nicht mangelt. Dennoch fand Pius Heinz, der frisch gebackene Main-Event-Champion, die Zeit für ein kurzes Interview mit PokerOlymp, das wir unseren Lesern hier präsentieren wollen.
Der Champ und sein Vorgänger
PokerOlymp: Hi Pius, erst einmal Glückwunsch zu Deiner unglaublichen Leistung in Vegas. Dass Du nun Weltmeister bist, weiß jeder, aber vielleicht kannst Du ein wenig über Deinen Werdegang als Pokerspieler erzählen.
Pius Heinz: Hi, Rainer. Vor vier Jahren habe ich Poker im Fernsehen gesehen, eine Aufzeichnung der WSOP im DSF. Ich dachte, dass es cool wäre, da auch mal mitzumachen. Anschließend habe ich angefangen, mit Freunden zu pokern, und wir haben einmal die Woche bei einem Kumpel gespielt. Wenig später begann ich dann auch online und habe mich vor allem auf Hold’em-Turniere konzentriert. Dann ging es weiter, ich meldete mich in diversen Foren an und habe stetig mein Spiel verbessert.
PokerOlymp: Deine Mutter meinte gestern in stern tv, Du hättest Deine Pokerkarriere gegen einige Widerstände durchgesetzt. Was meint sie damit?
Pius Heinz: Ach, so wild war das eigentlich gar nicht. Als Pokerspieler triffst du eben auf Unverständnis, weil viele denken, dass sei dasselbe wie Roulette, und nicht kapieren, dass das überhaupt nicht der Fall ist. Mein Freundeskreis hat sich aber immer für Poker begeistert.
PokerOlymp: Seit wann bist Du Profi?
Pius Heinz: Erst seit letzter Woche. Vorher habe ich nur in der Freizeit gespielt und als Student nebenher gepokert. Die nächsten zwei Jahre will ich mich jetzt als Profi versuchen und schauen, wie es läuft.
PokerOlymp:Hast Du Dich für die WSOP direkt eingekauft?
Pius Heinz: Ja, habe ich. Diesen Traum wollte ich mir erfüllen, weil ich es schon immer geil fand, da mal mitzumachen. Eigentlich war es mein Ziel, das erst mit 30 zu tun, doch als ich nun die Gelegenheit dazu hatte, habe ich sie genutzt. Als Student lässt sich das gut regeln und warum warten, wenn sich die Möglichkeit bietet.
PokerOlymp: Du bist nun das Aushängeschild der deutschen Pokerszene. Kannst Du Dir vorstellen, dass Dein Titel hierzulande der Anerkennung von Poker als Skillgame weiterhilft bzw. die Legalisierung von Internetpoker vorantreibt?
Pius Heinz: Das hoffe ich natürlich. Ich verstehe mich als Botschafter für Poker und Pokerstars. Poker ist ein wunderbares Spiel und ich würde mich freuen, wenn ich einen Beitrag dazu leisten kann, bestimmte Vorurteile abzubauen und für die Verbreitung des Spiels zu sorgen.
PokerOlymp: Ein Wort zu den November Nine. Als Zuschauer hatte man den Eindruck, dass Du von Anfang nur auf Sieg gespielt hast. Wie lief Deine Vorbereitung auf den wichtigsten Finaltisch Deiner noch jungen Karriere und wie lauteten Deine Ziele im Vorfeld?
Pius Heinz: Meine Vorbereitung bezog sich vor allem auf die Softskills wie Schlafen und gute Ernährung, damit ich wirklich fit bin, wenn es darauf ankommt. Das ist etwas, das viele Pokerspieler unterschätzen. Im Vorfeld habe ich auch mit Mike McDonald trainiert und mir vor allem bestimmte ICM-Situationen angeschaut. Ich bin da reingegangen, um so gut wie möglich zu spielen, sehr aggressiv zu sein und mein Spiel wie immer durchzuziehen. Ich wollte einfach optimal spielen, hatte definitiv keine Angst und habe mir kein konkretes Ziel gesetzt.
Es ist geschafft!
PokerOlymp:Du hattest Ben Lamb zu Deiner Linken? Warst Du froh, als Staszko ihn vom Tisch genommen hat?
Pius Heinz: Das stimmt. Aus menschlicher Sicht hat es mir zwar leidgetan, da wir uns gegenseitig sehr schätzen. Ich war auch mit ihm und Anton Makievskyi feiern am Abend danach. Dennoch war es mir lieber, gegen Martin anzutreten als gegen Ben, obwohl auch er ein sehr guter Spieler ist. Ben verfügt über sehr viel Live-Erfahrung und ist vor allem in puncto Tells sehr stark.
PokerOlymp: Hast Du Dich speziell auf jeden einzelnen Gegner vorbereitet und Dir deren Hände bzw. Verhaltensweise am Tisch angeschaut?
Pius Heinz: Ja, Tag 8 hab ich mir komplett angeguckt. Mir ist dabei allerdings nichts Bahnbrechendes aufgefallen, außer dass der Finaltisch sehr stark besetzt und vermutlich der Stärkste aller Zeiten war.
PokerOlymp: PokerStars hat Dich einige Tage vor dem Finale als Team Pro verpflichtet und damit einen Glücksgriff getan. Wie kam es zu dem Deal?
Pius Heinz: Wir haben uns unterhalten und überlegt, ob eine Zusammenarbeit Sinn ergibt. Dabei kam es zur Einigung. Ich bin sehr stolz, Team-Mitglied von PokerStars zu sein.
PokerOlymp: Viele deutsche Pokerfans würden auch gerne Weltmeister werden. Was ist Dein wichtigster Rat, um dieses Ziel zu erreichen?
Pius Heinz: Mein wichtigster Anfängertipp lautet: Viel Spielen, notfalls auch um Spielgeld auf PokerStars, und dabei den Spaß im Vordergrund zu halten. Wichtig ist auch eine gute Balance zwischen Privatleben und Poker, damit man auf keinen Fall den Spaß verliert.
PokerOlymp: Wie sehen Deine Pläne aus, welche Turniere wirst Du in nächster Zeit spielen?
Pius Heinz: Als Nächstes werde ich die EPT Prag und die PCA spielen. Es ist ein großes Ziel von mir, in den nächsten Jahren einen EPT-Titel zu gewinnen. Da ich eigentlich reiner Turnierspieler bin, wird man mich vor allem bei den EPTs sehen, bekomme ich eine interessante Einladung, würde ich mir aber auch mal ein Cashgame reinziehen.
PokerOlymp: Pius, vielen Dank für das Gespräch, nochmal herzlichen Glückwunsch und alles Gute!
Pius Heinz: Danke auch, bis bald.
Kommentare























Nettes Interview mit einem intelligenten Typen. Leider gibt es hier nicht viel Neues zu erfahren, aber so kurze Zeit nach dem Titelgewinn ist soviel Neues ja auch nicht zu erwarten. Pius hat sich m.E. auch grandios bei SternTV verkauft und ist sicher einer der redegewandtesten Repräsentanten für Pokerstars. Mein Tipp: er bleibt keine Eintagsfliege wie Naujoks etc., sondern wird sicher den ein oder anderen Titel noch erringen können.
Und in ein paar Jahren wirds Millionen enttäuschte Deutsche geben, die jetzt glauben mit Fleiß und Schweiß einen großen Turniersieg erzwingen zu können … (so wie Bum Bum, aber der hat wenigstens die Kohle)
aber ein paar werden schon durchkommen …
Wenn net grade für 20 Jahre eine Wirtschaftkrise wär würde die Pokerindustrie jetzt ganz durchdrehen …
“Erst seit letzter Woche. Vorher habe ich nur in der Freizeit gespielt und als Student nebenher gepokert. Die nächsten zwei Jahre will ich mich jetzt als Profi versuchen und schauen, wie es läuft.”
loloooolololololooooooooooooooooooooolool
Ausgesorgt für ganze Leben, wenn man davon ausgeht, das er 2-3Mio Euro behalten hat.Kann man nur hoffen, das er nicht eines Tages aufwacht und alles wieder verblasen hat.
Pius ist einfach ein zu netter, naiver Typ, der das ganze Mainstreammedia-Programm mitmacht. Wozu? Für Pokerstars? Er selbst hat es nicht nötig. Und sich bei der BILD via FB für einen Titel zu bedanken oder diese sternTV-Runde finde ich schon sehr grenzwertig.
@d`r: ich verstehe Dich nicht. Das ist doch nett von “dem Pokerpapst” das er nun seinen Jüngern (Pokerhaie) die Kohle stückchenweise wiedergibt.
Er ist außerdem noch kein Profi, er muss erstmal den Beweis erbringen, das er mit dem Pokerspiel seinen Lebensunterhalt langfristig bestreiten kann.
Ob ich was gegen Pius Heinz habe? Auf keinen Fall. Ich mag aber absolut nicht, was aus Ihm gemacht wird und er ist halt zu naiv und macht das Spiel mit.
Sehr Grenzwertig finde ich den Vergleich mit Boris Becker. Bum Bum hat eine ganze Nation bewegt und zwar mit echter Hingabe und Talent. Der Boris hat nicht irgendwann mal in einem Pub in England gesessen und gesagt: Na ja, ich spiel ab und zu zu Hause mit meinen Freunden Tennis und da habe ich gedacht, ach komm ich spiel mal in Wimbledon mit.
Pokerprofi, tzzzz!
Seit Moneymaker meint jeder 2. der mal hin und wieder ein paar Turniere spielt und absolut mal auscasht er wäre ein “Pokerprofi”.