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Ed Miller

Wie man den Einheimischen in Las Vegas Geld abnimmt

In meinem letzten Artikel erörterte ich, wie man den Touristen in Las Vegas bei Partien mit niedrigen Einsätzen Geld abnimmt. Heute geht es darum, wie man gegen die Einheimischen gewinnt.

In Las Vegas gibt es eine große Pokerszene. Einige Leute spielen nur gelegentlich, weil sie zufällig in Las Vegas leben. Andere dagegen spielen fast jeden Tag, sie sind entweder Rentner oder haben flexible Arbeitszeiten. Und dann gibt es die Profis und die Möchtegernprofis. In diesem Artikel will ich mich jeder Spezies einzeln zuwenden.

Der Gelegenheitspieler

Es gibt viele einheimische Gelegenheitsspieler, die ein- oder zweimal die Woche in den Cardroom gehen, um ein wenig No-Limit mit niedrigen Einsätzen zu spielen. Sie tauchen häufig in den sogenannten Locals Casinos wie The Orleans, Green Valley Ranch, Red Rock usw. auf, spielen aber auch auf dem Strip.

Die meisten einheimischen Gelegenheitsspieler haben nach meinem Eindruck ein recht gutes Verständnis der Grundlagen und machen daher im Gegensatz zu vielen Touristen weniger Spielzüge, bei denen man hinterher den Kopf schüttelt. Diese Spieler sind aber in allen Setzrunden zu loose und mit guten Händen nicht aggressiv genug. Es ist zum Beispiel gut möglich, dass ein solcher Spieler in UTG mit C10C7 oder DkD6 limpt und anschließend einen hohen Raise des Button callt. Es kann auch sein, dass er mit Bottom Pair zweimal nur deswegen callt, weil er das Gefühl hat, dass Sie dieses Mal keine gute Hand haben. Diese loose Tendenz erlaubt Ihnen, den einheimischen Gelegenheitsspieler von den anderen Spielertypen zu unterscheiden.

Setzen Sie gegen diese Spieler mit guten Händen, aber bluffen Sie nicht zu viel. Nach einem Limp eines solchen Spieler sollten Sie auf dem Button mit Händen wie CkS10 oder CaC8, die ein gutes Top Pair treffen können (aber nicht mit schlechten Assen mit ungleichfarbiger Beikarte, da diese generell schlechte NLHE-Hände sind.), hoch raisen. Floppen Sie Top Pair, sollten Sie bis zum River heftige Value Bets bringen. Auf diese Weise schlagen Sie Kapital aus deren loosen Calls.

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Der Erbsenzähler

Die Erbsenzähler aus Las Vegas sind legendär. Meine erste Pokerhand überhaupt in Las Vegas wurde vor zehn Jahren an einem 4 $/8$-Limit-Tisch ausgetragen. Ein Spieler gewann mit Assen einen ordentlichen Pot und schmiss darauf dem Dealer mit folgenden Worten einen Dollar-Chip hin: „Gib mir die Hälfte zurück.“ Der Dealer handelte genau so, etwas, was ich zuvor noch nie gesehen hatte, bei den Erbsenzählern in Las Vegas aber Standard war.

In den Partien mit niedrigen Einsätzen wimmelt es nur so von Erbsenzählern. Tagsüber sind die Partien sogar voll von diesen Spielern, die vor dem Flop tight sind und danach noch tighter. Ab und zu bringen sie einen frechen Bluff, aber nur wenn der Gegner so viel Schwäche zeigt, dass ein Call praktisch ausgeschlossen ist. In den anderen Fällen bringen sie Value Bets. Setzen sie viel (ein Drittel des Stacks oder mehr), haben sie eine sehr starke Hand. Immer. Von den Erbsenzählern werden Sie nicht reich, da diese ohne eine Hand in der Nähe der Nuts einfach nicht ihr Geld investieren. Will ein Erbsenzähler Geld in den Pot investieren, sollten Sie sich aus dem Staub machen. Allerdings können Sie diese in mittleren Pots niederringen. Hier einige kurze Tipps, wie Sie gegen diese Spieler in Vorteil kommen.

Callen Sie mit mittelstarken Händen auf dem Flop und folden Sie dann auf dem Turn. Erbsenzähler feuern fast nie zweimal mit Overcards. Wenn also ein Erbsenzähler vor dem Flop raist und das Board niedrige Karten bringt, können Sie mit einem Paar auf dem Flop callen, sind aber geschlagen, wenn er auf dem Turn wieder setzt. Checkt er auf dem Turn, hat er entweder AK ohne Treffer oder ein Paar, mit dem er Vorsicht walten lässt. Wie auch immer, er setzt nur noch einmal, wenn er sich verbessert.

Achten Sie auf übergroße Einsätze. Erbsenzähler setzen mit verwundbaren Blättern oft zu viel, um ihre Hand „zu schützen“. Sie werden auch erleben, wie diese Spieler extrem hohe Raises vor dem Flop mit Buben bringen oder auf einem Board mit CqCjS9 sehr viel setzen, wenn sie XaXq haben. Diese Bets sind Fehler, da sie mit mittelstarken Händen zu viel riskieren und ihre Hände förmlich offen auf den Tisch legen.

Bluffen Sie auf gefährlichen Boards. Erbsenzähler folden Top Pair oder ein Overpair auf gefährlichen Boards, allerdings betreiben die besseren von ihnen ein wenig Handanalyse und erwischen Sie, wenn Sie nichts Glaubhaftes repräsentieren.

Bringen Sie die Handanalyse dieser Spieler durcheinander. Nehmen wir an, ein Erbsenzähler raist aus früher Position und Sie callen mit DaDk auf dem Button. (Ein Reraise bringt wenig, da ein solcher Spieler AQ dann meist foldet.) Auf dem Flop kommen CkS3H2 und der Erbsenzähler checkt. Das bedeutet sehr oft, dass er ein niedrigeres Paar als Könige hat. Setzen Sie auf Flop und Turn, bekommen Sie zwar einen Call auf dem Flop, aber sicher einen Fold auf dem Turn. Checken Sie dagegen ebenfalls, setzt der Erbsenzähler vielleicht auf dem Turn und callt dann noch frustriert eine Bet auf dem River, wenn Sie nicht zu viel anspielen. Im Allgemeinen bezahlen Erbsenzähler Sie eher aus, wenn Sie diese mit der zweitbesten Hand auf den River kommen lassen.

Erbsenzähler sind keine besonders profitablen Gegner, denn dazu setzen sie nicht genug Geld. Ihre Strategie ist zwar nicht sonderlich gut, aber auch nicht schlecht genug, um auf einem solchen Limit viel zu verlieren.

Die Profis und die Möchtegernprofis

In Vegas gibt es einige echte Profis, die NLHE mit Blinds von 2 $/5 $ oder 5 $/10 $ spielen, aber auch einige Möchtegernprofis. Diese Spieler sind aufgrund ihrer Fehler zwar bezwingbar, es ergibt aber keinen Sinn, sich mit ihnen anzulegen, da es genug schlechte Spieler gibt. Will es man es trotzdem wissen, kommt man mit solidem und sauberem NLHE zum Erfolg. Kein Problem für Sie, oder?

Ich kann Ihnen auf die Schnelle kein Erfolgsrezept liefern, aber einen kurzen Tipp für das Spiel vor dem Flop. Lassen Sie sich ohne Position nicht isolieren. Limpen Sie nicht und callen dann Raises vom Button. Diese Pots gehören diesen Spielern und Ihnen gehören die, in denen Sie Position haben. In diesem Sinne können Sie davon ausgehen, dass der Profi ein großes Handspektrum hat, wenn er einen Limper raist. Auf dem Button können Sie dann mit DjD9 callen und viele Pots stehlen, wenn der Profi und der Limper aufgeben.

Halten Sie bei Ihrer nächsten Vegas-Reise nach den genannten Spielertypen Ausschau. Sie werden Spaß haben und dazu noch Geld gewinnen.


Kommentare


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  • Gelegenheitsspieler
  • 05.05.11

Wieso sollte jemand mit gutem Grundlagenverständnis utg mit 10 7 limpen und dann einen raise callen…? dieser Artikel von Ed ist Gewäsch… Blink


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  • Alex
  • 05.05.11

@Gelegenheitsspieler Hast sowas noch nie gesehn? Letztens im Poker Royale bei 1/2: 5 Limper, Cut Off raist auf 18, ALLE callen. Und solche Hände sind dort Standard. Welche Hände da callen brauche ich wohl nicht zu erklären. Nur mal so: 10 7 ist fast noch Prämium was gecallt wird.


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  • Newcomer
  • 05.05.11

Genauso läufts bei kleineren Blinds…limp, limp, limp, raise…call, call, call. Erhöht man “zuviel” folden alle. Ist recht schwierig hier die richtige Betsize zu erreichen, aber wenn man sich den Tisch erstmal eine gute halbe Stunde anschaut, sollte profitables Spiel möglich sein. Sehr guter Artikel, fehlt nur eine detaillerte “Personenbeschreibung” der genannten Spielertypen Laugh @Gelegenheitsspieler: wenn du nach 20 Minuten nicht weißt wer der Fisch am Tisch ist… (to be continued)


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  • Pro
  • 05.05.11

”...Sie callen mit AK auf dem Button. (Ein Reraise bringt wenig, da ein solcher Spieler AQ dann meist foldet.) Auf dem Flop kommen K32 und der Erbsenzähler checkt. Das bedeutet sehr oft, dass er ein niedrigeres Paar als Könige hat”

Echt??? Ach komm…


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  • Stammleser
  • 06.05.11

Sach mal, “Pro”, hast schon verstanden, dass das nur ein Beispiel war, um zu zeigen, wie man Hände gegen diesen Typ spielen muss, oder?! Andere Typen folden halt AQ nicht gegen ein Reraise oder folden auch kein Pocket bei nur einer Overcard, wenn Du dreimal barrelst, gegen die spielt man dann wieder anders. Wo ist denn Dein Problem?


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  • Burschi
  • 06.05.11

Hehe, neulich auch das erste mal Live Cashgame im CCC Innsbruck gespielt. Ich setz mich an den Tisch (1/2) und sehe in meiner ersten Hand wie UTG auf 24 raised (!!!) und 5 Leute callen Smile Da war mir klar wo ich gelandet bin!


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  • SickNik
  • 06.05.11

kann ich von unserem pokerclub auch bestätigen, raises unter 5xBB werden ziemlich generell von 80% der limper gecallt….