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Final Table und mein Fazit

Am Tag des Final Tables des Main Events bin ich extra früh rüber vom Bellagio ins Rio, denn ich dachte mir schon, dass es bestimmt ein großes Zuschauerinteresse geben würde. So kam es auch. Um 11.00 Uhr hatte sich schon eine lange Schlange vor dem Amazon-Saal gebildet, die bis um die Ecke reichte. Ich stellte mich dann also hinter hunderten von Pokerfans an, um einen Blick auf die letzten neun Spieler zu erhaschen. Erstmal tat sich eine Stunde lang gar nichts. Als dann pünktlich um 12.00 Uhr die Türen geöffnet wurden, stürmte alles in den Saal und so kam es natürlich, dass alle Plätze in der ESPN-Arena, die um den finalen Tisch aufgebaut war, schon besetzt waren. Ein großer Teil der Plätze war außerdem für die persönlichen Anhänger der Finalteilnehmer reserviert, wohl um ein wenig Stimmung in die Fernsehübertragung zu bringen. Mir blieb also nichts anderes übrig als im Außenbereich an den großen Flachbildschirmen das Geschehen zu verfolgen. Allerdings hatte dies mehr die Natur eines Ratespiels statt eines Pokerturniers, denn der Ton des Kommentators wurde nicht mitübertragen und so sah man dann häufig die Hände des Dealers, einen Flop und möglicherweise noch jeweils zwei Kartenpaare, wusste aber weder zu welchen Spielern diese gehörten noch wie viel denn nun eigentlich gesetzt war. Ich muss schon sagen hier besteht noch mächtig vie Verbesserungsbedarf von Seiten der WSOP Veranstalter. Wie es auch anders geht, konnte ich ein paar Tage vorher beim Final Table des Bellagio Cups der WPT erleben. Dort wurde das Fernsehbild in einem Extraraum mit Ton auf zwei riesige Leinwände übertragen. Außerdem gab es für die Zuschauer auch noch kostenlose Getränke und Knabberzeug. Jedenfalls wurde mir die Sache im Rio dann bald zu langweilig da auch bis dahin noch kein einziger Spieler den Tisch verlassen musste. Ich beschloss also erstmal einen gemütlichen Tag am Pool zu verbringen und dann später noch mal vorbeizuschauen.

Ich machte dann also um 20.30 Uhr kurz nach dem Dinnerbreak einen zweiten Anlauf. Zu diesem Zeitpunkt waren noch vier Spieler dabei. Da sich an der Übertragungssituation außerhalb der Fernseharena nichts verändert hatte, beschloss ich also mich in die Warteschlange für Sitzplätze dort einzureihen. Der Sicherheitsmensch machte uns auch erstmal keine großen Hoffnungen, denn es durfte erst jemand nachrücken, wenn ein Zuschauer dauerhaft seinen Platz aufgegeben hatte. Getränke- und Pinkelpausen halfen also nicht. Es hieß wir sollten uns auf ca. fünf Stunden Wartezeit einstellen. Naja ganz so lange war es dann doch nicht. Ich durfte doch tatsächlich schon nach drei Stunden meinen Platz direkt am Geschehen einnehmen und das dann noch direkt gegenüber des 8,25 Mio. Dollar Geldstapels. Danach war dann nochmals Sitzfleisch gefragt, denn es sollte bis fast 4.00 Uhr dauern bis der World Champion und Gewinner des letzten Armbandes der diesjährigen WSOP feststand. Aber immerhin ich war live dabei.

Ich erhole mich jetzt noch bis zum Sonntag von den Strapazen des Railbird-Daseins, ehe es dann wieder zurück nach Good Old Germany geht.

Mein Fazit: Es war schon ein einmaliges Erlebnis hautnah bei dem größten Pokerturnier der Welt dabeizusein. Allerdings könnte für die Zuschauer doch noch einiges getan werden, um diese Veranstaltung interessanter zu gestalten. Beim nächsten Mal würde ich also nicht mehr als Zuschauer hinfahren, sondern dann möchte ich auch mitspielen. Soweit zum letzten Mal aus der Wüste,
Euer Marcel

Finaltisch_Yang_Lam




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