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Welch Super Orgastische Party (WSOP)

Noch ist sie nicht zu Ende, die WSOP 2007 und trotzdem will ich Bilanz ziehen, was mir auch so aufgefallen ist, und welche Eindrücke ich vor allem so “nebenbei” habe gewonnen:

Prinzipiell finde ich es ganz erstaunlich, WIE nahe, unbehelligt und unbekümmert man in Las Vegas an die Stars und Pokersternchen herankommen durfte. Analog müsste man bei der Fußball WM wohl an der Seitenlinie dürfen sitzen, Franz Beckenbauer oder Pele würde einen mit in die Katakomben nehmen. Von meinem mich sehr bewegenden Treffen mit Doyle Brunson habe ich ja bereits ausführlichst berichtet.

In einem Land, wo man bei der Einreise bereits um Fingerabdruck und Blick in die Kamera genötigt, kein Wurstbrot durfte bei sich haben, dort hätte ich auch am Eingang der WSOP Sicherheitskontrollen vermutet, die weit über das hinausgehen, was die Security zur Bad Beat Pokerparty selbst für nötig erachtet. Weit gefehlt: und zumindest vor dem Mainevent gab es im Rio null Kontrollen. Ob mit Lebensmittel, Kameras, selbstgebauten Sprengsätzen oder merkwürdigsten Kostümen: alles konnte man theoretisch oder auch praktisch (?) mit sich hineintragen. (Nur offensichtlich filmen darf man nicht). Zwischen den Tischen konnte man mit etwas Chuzpe und nur seltenst durch Ordnungskräfte gestört mehr oder weniger frei nach Belieben herumhopsen, bekannte Spieler suchten zuweilen geradezu den Smalltalk, schienen selbst die einzelnen Turniere gar nicht so ernst zu nehmen, und es mag Pros geben, die fast keine Chance ausgelassen haben, sich ein Bracelet zu ergattern, indem sie sich praktisch bei jedem Event auf die Teilnehmerliste ließen setzen. Manchen wie Barry Greenstein, Chris Ferguson, Todd Brunson begegnete man so täglich. Ganz erstaunlich, wie es ein Alex Kravchenko bei diversen Events geschafft hat, auf sich aufmerksam zu machen, und auch jetzt im “Main”-Event geht er wohl wieder mit sehr vielen Chips in Tag 5.

Überhaupt der Mainevent: hier scheint man die Zuschauer dann doch etwas mehr auf Distanz zu halten, oder aber es sind einfach nur doch nun viel mehr geworden? Ein wenig erinnert mich das (vielleicht auch die anderen Events) schon an Roulette, und gelingt es einem, das erste Teilziel, ITM, das Geld zu erreichen, dann ist die Mehrzahl bereits sehr short, verdreifacht das eingesetzte Kapital, einmal beim Roulette auf die richtige Reihe gesetzt…

Immerhin haben auch noch einige mir bekannte Spieler wohl Tag 5 erreicht: Dabei sind unter den letzten 118 Spielern doch noch einige mir “Bekannte: Alex Kravchenko, Huckleberry Seed, Gus Hansen, Jeff “Mr. Rain” Banghart, Scotty Nguyen (letztes verbliebenes BBB Ehrenmitglied) , Humberto Brenes, Chad Brown, Kenny Tran, Bill Edler… . Geschick, Erfahrung, Pokerskill eben spielt eben doch eine nicht unwesentliche Rolle, wobei es angesichts der regelmäßig großen Anzahl der ausgeschiedenen bekannten Pros, beim Poker eben doch nicht ist, wie beim Tennis oder dem Motorsport, wo regelmäßig und im Prinzip immer nur dieselben ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen. Nein, hier gibt es eine viel größere Varianz, auch die “Weltspitze” scheint dadurch wesentlich breiter und undefinierter zu sein. Entsprechend hatte ich eine kleine sehr freundliche Debatte mit Phil Helmuth, als ich ihn bezüglich einer Ehrenmitgliedschaft bei BBB ansprach, dass es eine große Ehre für uns sei, einen der weltbesten Pokerspieler in unseren Reihen zu haben. “Einer der Weltbesten – nicht der Beste??” entgegnete Phil Hemuth Jr, gespielt entrüstet. Meine Antwort, dass ich an die Beschreibung eines “Besten” hier nicht könne glauben, schien ihn geradezu zu beruhigen, und er meinte sehr versöhnlich: “I´m not bad”, was ich sehr guten Gewissens ihm doch zugestehen konnte. ;–)

Insgesamt habe ich eine sehr freundliche, offene und lebensfrohe Atmosphäre erlebt. Da konnte es schon vorkommen, dass ein offensichtlich us-amerikanisches Touristenpärchen beim Anblick von Chris Ferguson, laut “Jesus” über den Gang brüllte. Statt sich schnell in den VIP-Raum in Sicherheit zu bringen, blieb der Erwählte jedoch stehen, wartete geduldig, lächelte mit der Touristin um den Hals artig in die Handykamera, worauf man das Touristenpaar weiter laut lachend über den Gang entschwinden sah, während sich “Jesus” fast umsah nach weiteren Möglichkeiten, jemand noch solch einen Gefallen zu tun, bevor er dann doch im VIP-Raum verschwand.

Freundlich also war sie, diese WSOP, und fast möchte ich jenen anraten, die wie ich eher als Pokertourist nach Las Vegas wollen kommen, dies rechtzeitig zu tun. Die aktuelle Kunde ist doch mehr und mehr, dass es schwieriger geworden ist, in Kontakt zu kommen. Nun denn, die Spannung steigt, die Geldberge, um die es nun in den nächsten 3 Tagen wird gehen, sind ins fast Unermessliche gestiegen, und es bleibt zu hoffen, dass damit gerade nicht, die besondere, entspannte und großherzige Atmosphäre geht verloren. “Money doesn´t count” und solche eine WSOP, mit allen Bad Beats und erhebenden Glücksmomenten möge bleiben, ein riesiges Fest!

Liebe Grüße

Euer Stefan

ace


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Kommentare


Fisch
  • Fisch
  • 15.07.07

netter artikel, aber zum teil sehr komischer satzbau… oO