WSOP 2007 - Mein Fazit
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- Hanno 'jjacky' Offen, Samstag. 30. Juni. 2007
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- lasvegas
- Beigetragen von
- Hanno “jjacky” Offen
- Datum
- Sa. 30. Juni 2007
- Schlagwörter
- LasVegas
Das Main Event hat noch nicht einmal begonnen und ich schreibe schon mein Fazit…
Seit letztem Samstag bin ich wieder zu Hause in Hamburg. Die ersten Tage hier waren merkwürdig. So unwirklich einem Las Vegas zunächst vorkommt, so merkwürdig ist es, es wieder zu verlassen. Plötzlich wird es nachts wieder dunkel, draußen ist es kälter als drinnen, die Straßen sind schmal und man hält sich nicht den ganzen Tag in Kasinos auf.
Organisation der WSOP
Schon vor meiner Anreise habe ich viele böse Geschichten gelesen, was dort alles im argen liegt. Die Kritikpunkte, die immer wieder genannt wurden waren in der Reihenfolge:
1. Das Zelt: Oft sehr warm und bei Wind sehr laut
2. Lange Warteschlangen beim Cashier
3. Verspätete Turniere
4. Schlechte Struktur der Turniere
Mit Warteschlangen hatte ich fast nie zu kämpfen. Einmal schien die Schlange recht lang zu sein, aber selbst da beschränkte sich die Wartezeit auf kaum mehr als 5 Minuten. Da kann ich mich sicherlich nicht beklagen.
Im Zelt habe ich nur einmal gespielt, nämlich gleich am ersten Tag. Ob der Nachricht ich müsse im Zelt spielen, fing ich gleich an zu schwitzen. Dort angekommen merkte ich aber, dass meine Sorge unbegründet war: Die Temperatur war für mein Empfinden optimal. Mit Jeans und langem Hemd war es genau richtig. Ganz anders drinnen im Amazon Room. Dort war es geradezu unglaublich kalt. Bei meinem dritten Turnier war es besonders frostig. Trotz meiner Jacke war mir so kalt, dass ich, ohne eine Pause abzuwarten, ein Sweatshirt beim Merchandising Store gekauft habe.
Verspätet begonnen hat nur eines meiner Turniere, nämlich das 1.500$ Shootout. Dies lag daran, dass für den Spielmodus die Spieleranzahl 900 betragen musste. Um diese Zahl zu erreichen, wurde etwa 30 Minuten zu spät angefangen. Die Verspätung war also gering und nur bei einem von 5 Turnieren – sehr passabel wie ich finde.
Die Kritik an der Struktur der Turniere bezieht sich hauptsächlich auf Limit Varianten in denen die ersten Blindlevel so niedrig sind, dass diese Spielrunden quasi irrelevant sind. Am Final Table werden die Limits dann derart schnell angehoben, dass ordentliches Spiel kaum noch möglich ist. Dazu kann ich wenig sagen, weil ich ausschließlich No Limit gespielt habe. Dort hat mir die Struktur gut gefallen. Lediglich die Startchips hätten etwas zahlreicher ausfallen können. Gerade bei den 1.500$ Turnieren mit 3.000 Chips waren schon ab dem zweiten Level (50/100) die Blinds unangenehm hoch.
Vermutlich hatte ich viel Glück oder war einfach zur richtigen Zeit da. Das größte Chaos herrschte ganz am Anfang. Zum Main Event werden sicherlich auch so viele Leute da sein, dass es einiges zu bemängeln geben wird. Aber wie gesagt, ich habe nicht unter Organisationsmängeln gelitten.
WSOP für mich persönlich
Für mich war es ja die erste Teilnahme an der WSOP. Mit einem 44. Platz von über 1.600 Teilnehmern bei nur 5 gespielten Turnieren bin ich sehr zufrieden. Es hätte natürlich noch deutlich besser laufen können, aber bei Coinflips (50:50 Situationen) und preflop All-Ins insgesamt hatte ich wenig Glück.
Die Spielstärke der Gegner empfand ich als eher beruhigend. Am ersten Tag hatte ich einen extrem starken Tisch erwischt. Ansonsten waren aber eigentlich immer ein oder zwei sehr schwache Spieler dabei oder zumindest eine größere Zahl von Gegnern, die öfter mal leichte bis mittelschwere Fehler gemacht haben. Einmal hatte ich das Vergnügen einem Omaha Hi Low Spieler als Zuschauer in die Karten gucken zu können. Dieser war unglaublich ahnungslos. In den drei Händen die ich zugeschaut habe, hatte er jeweils vollkommen hoffnungslose Blätter. Trotzdem callte er jedes mal bis zum Showdown und wurde folgerichtig alle 3 hände gescoopt (er gewann also keinen Teil des Pots). Das macht Lust darauf, auch mal die “exotischen” Varianten gelegentlich zu spielen.
Auch abseits der Pokertische war der Aufenthalt sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Wenn sich also nächsten Jahr wieder die Gelegenheit ergibt die WSOP zu spielen, wovon ich fest ausgehe, bin ich bestimmt wieder dabei.
Zum Schluss möchte ich allen, die noch bei der WSOP spielen viel Glück wünschen und mich für das Lesen meines Blogs bedanken.
Hanno “jjacky” Offen
Aus …Hamburg
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