Pokern auf dem Land
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- Udo Gartenbach, Sonntag. 23. August 2009
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Es muss nicht immer Barcelona oder London sein. Manchmal geht auch das Land, um ein schönes Pokerturnier mitspielen zu können. Einen gepflegten, netter Zock gibt es auch dort. Hier war es das platte Land am Ende von Hamburg. Fast schon zur Grenze zu Niedersachsen oder Ostfriesland oder so.
Allein die Anreise schon ein Urlaubstraum – kilometerlang vorbei am Deich. Ziegen, Kühe und vor allem Schafe in erstaunlicher Stückzahl – Mehr als gute Starthände. Blauer Himmel, grünes Gras. Wie romantisch kann Pokern sein?
So geschehen gestern beim Sommerfest von Holdem Kings. Einer der größten Veranstalter Hamburgs, sicherlich einer mit den interessantesten Preisen, gutem Spielniveau und interessanten Turnieren. Dieses Mal ein Megamegadeepstack. 20.000 Chips, 30 Minuten Blindzeit. 104 Teilnehmer, interessante Preise.
So gewann der Erste nicht nur einen fast mannshohen Pokal, sondern auch eine Reise nach Sylt inklusive natürlich einem Turnier im dortigen Casino. Weitere Turnier Buy-ins (so unter anderem das Monatsfinale im Casino Schenefeld mit einem Buy-in von 420 Euro und Teilnahme an EPT Challenges) sowie Sachpreise wurden ausgespielt. Alles, was das Pokerherz erfreut.
Gestern noch neben Boris Becker, heute Blickfang auf dem Land.
Cima gemeinsam mit dem Hamburger Meister von 2006, Dirk Bierschwale.
Im harten aber fairen Kampf, getrennt durch Claudia, die wohl beste Dealerin Hamburgs.
Doch bis dahin war es ein langer, weiter Weg. Also von Anfang an. Am Zielort eingetroffen, erwartete die Spieler eine alte Scheune mit eingebauter Bar und aufgebauten Pokertischen. Wie romantisch kann Pokern sein?
Voller Vorfreude und schon die Hände von gestern Abend diskutierend, kamen die Spieler teilweise mit Kind, Kegel und Hund angereist. Alkoholfreie (für die ganz Harten auch mit Schnaps drin) Cocktails wurden serviert – mit Namen wie All In, Seat Open und Small Stack. Mein Lieblingsdrink war der Bad Beat. Die im Übrigen von bildhübschen Bedienungen serviert wurden.
Mit einer kaum erwähnenswerten Verspätung ging es dann los. Sehr zu meiner Freude ergab die Sitzauslosung, dass ich direkt neben Cima sitzen durfte. Sie hat schon neben Boris Becker gesessen, und gestern neben mir.
Meine erste Hand gilt es zu erwähnen – auch wenn mir das niemand glauben mag – 72-off. Trotzdem hab ich das Raise gecallt – irgendwie war ich in Gamblinglaune. Auf dem Flop dann allerdings (welch ungewöhnliches Wunder) drei Overcards. Wie doof kann Pokern sein?
Meine „lustige“ Phase hielt auch in der zweiten Hand an. J3-off habe ich einfach mal geraist mit dem lauten Vermerk „ich muss, hab lange keine Hand mehr gespielt“. So schafft man sich Freunde und baut sich direkt das notwendige Deppenimage auf. Zwischendurch mähte lautstark eine Ziege vor der Tür.
Lockere Stimmung, gute Atmosphäre, aufgrund der Chips war natürlich auch strategisches Pokern möglich, so ziemlich jeder genoss das Spiel. Ich auch, gewann mit A2-suited einen netten großen Pot.
Der erste Spieler, der ausscheiden und die Natur genießen konnte, schaffte dieses nach 1 Stunde und 25 Minuten. Natürlich unter lautem Beifall, dem ein oder anderen Gelächter. Und natürlich verschweigen wir den Namen. Ich persönlich hab meinen Modus beibehalten und lag zur ersten großen Pause knapp über dem Schnitt. Diese Pause wurde delikat genutzt. Ein bekannter Hamburger Metzger hatte 4 laufende Meter Grill aufgebaut und so ziemlich alles, was an den diversen Tieren essbar ist, lag auch darauf. Wie lecker kann Pokern sein?
Schon jetzt (und im Prizip war das erst das Vorspiel) kamen begeisterte Kommentare von den Spielern, so bspw. Dirk Bierschwale (Hamburger Meister 2006) „Ein wirklich tolles Turnier. Gute Struktur, gute Spieler und aktuell für die Hamburger Szene sicherlich ein Maßstab für Sachpreis- Turniere“.
Nach einem Nackensteak, einem Hähnchenfilet, Kartoffelsalat mit Speck, Knoblauchsauce, Chillisauce, gebackenen Pilzen, gedünstetem sonstigen Gemüse, drei Schreiben Baguette und einem oder zwei Gläschen Rotwein ging es dann munter weiter. Nette Moves, gute Bluffs, Hände, die gehalten haben und einfach eine positive Grundeinstellung spülten mich relativ weit nach vorne. Nach 6 Stunden Pokern hatte ich mehr als doppelte Average. Ja, so toll kann Pokern sein.
Dann folgte eine weitere Rauchen-Beine-Vertreten-oder-sonstwas-machen-Pause. Dann folgte eine geschlagene Stunde Karten-Tod. Aber vom allerfeinsten. Über 53-suited konnte ich mich da schon freudig erregen. Poker ist halt doch ein Geduldspiel. Das habe ich entgegen meines Naturells auch berücksichtigt.
Die Szene verkleinerte sich zusehends. Morgens um 1 Uhr waren nur noch 2 Tische übrig. Ich als einer der Small Stacks kämpfte und verlor letztendlich als 12ter. Mein geflopptes Set sah schon mal prima aus, allerdings gab es dann runner-runner noch ein hübsche Strasse für meinen Gegenüber. Wie doof kann Pokern sein?
Mein Gegenüber hieß im übrigen Kamyar Sabeti, was deshalb erwähnt wird, weil er schlussendlich um 04.22 Uhr das Turnier auch gewann. Glück, viel Glück, aber auch Können gepaart mit den berühmt-berüchtigten Eiern. Und nahezu jedes All-in gecallt und auch gewonnen, auch wenn es entgegen seiner Meinung kein Coin-Flip war.
Auch wenn es nicht ganz für den Final Table, die Preise und Pokale gereicht hat – schön war´s auf dem Land. Es muss wirklich nicht immer Barcelona sein. Obwohl es da natürlich auch schön ist.
Kommentare
















Neidisch ?
Schöner Bericht. Sehr lustige Schreibweise, gefällt mir.
daumenhoch
Ja. Wie immer von Gartenbach. Prima
musstest dafür auch gestacked werden?
Kritiker, du scheinst ja ein echter Depp zu sein. Abgesehen von deinem dummen Tonfall stimmt auch Dein Statement zu Bierschwale nachweislich nicht. Aber so wie Du hier auftrittst scheinst Du auch von Poker und vom Pokern in Hamburger Casinos keine Ahnung zu haben. Leg dich wieder hin oder rede mit Deinen Kakteen.
Vielen Dank für diesen Bericht Udo! Freue mich auf unser Wiedersehen im Casino oder bei einem unserer Turniere!
M.B.
Kluth, du scheinst ein idiot zu sein, wenn du es nicht weiß, daß bierschwale ein fish ist und außer einem tunrier(da waren glaube ich nur 60 spieler) nichts gewonnen hat. scheint so, daß du ein sachpreistourneykumpel von dem bist.
netter bericht
gruß an udo und dirk
marvin
Aber nein! Wir RLP´ler dürfen uns in der Landeshauptstadt für 100,- Euro für ein Casino-Turnier einkaufen mit wahnwitziger Blindstruktur. Cashgame dann mit 5/10 Euro.
Wo ist da die Gerechtigkeit??? Sind wir nicht alle gleich Deutsch? Oder war das Turnier illegal?
Coole Nummer Herr Gartenbach. Hört sich so an als hattet Ihr viel Spass.
Beim nächsten Mal bin ich dabei
Und zu dir Monta ist zu sagen von Pokern magst du vielleicht Ahnung haben aber nur vielleicht, oh ne auch vielleicht nicht wer Bierschwale als FISH bezeichnet sollte zukünftig wie Udo schon sagt Kakteen gucken. Wahrscheinlich wurde das Wort FISH wegen dir erfunden, also tue nicht so als würdest Bierschwale kennen, denn wer so eine Scheisse über Ihn schreibt kann ihn gar nicht kennen, also guckst du Kakteen.
Netter Bericht kam aus dem schmunzeln kaum raus, weiter so. Und ja Udo Pokern ist ein Geduldsspiel, mal schauen wie lange du dich daran hälst. I have a eye on you. Bis dann
Also ersteinmal zu der Negativ- Stimmung gegen Dirk:
Bei uns schneidet er jedes mal gut ab und unser Feld ist stärker als im Casino Schenefeld. Das er aus der Laune heraus auch Sachpreisturniere spielt kann man wohl niemanden vorwerfen! ... Fußballer spielen auch in der Freizeit Fußball!
und zum Ruhrpott:
Ich kenne einen Veranstalter aus Dortmund der auch riesen Turniere veranstaltet. Mir ist nur Niedersachsen als schwieriges Bundesland bekannt…. So lange Zockerautomaten in jedem Imbiss hängen hat die Diskussion eh keine Grundlage und ist völlig Schwachsinnig. Glücksspiel beim Pommes essen ist erlaubt, aber Poker (nachgewiesen kein Glücksspiel) wird unterdrückt….
Unser Turnier war Legal! ...
Sorry, das war ja Rheinland Pfalz… da kenn ich mich nicht aus…. Wir müssen halt alle dafür kämpfen das Poker als Sport angesehen wird! ....
Tja, Bierschwale =pokerpro