Von Gurken und Perlen - Neue interaktive Serie für alle Leser
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- Rainer Vollmar, Montag. 06. Oktober 2008
Ab sofort wollen wir auf PokerOlymp alle unsere Leser dazu einladen, besonders schlecht oder extrem gut gespielte Hände in zwei neuen, interaktiven Rubriken beizutragen. Auch skurrile oder verzwickte Hände sind herzlich willkommen, allerdings möchten wir auf die Publikation von derben Bad Beats ausdrücklich verzichten.
Unter der Rubrik „Die Gurke meiner Karriere“ werden die wirklich miesen Elaborate publiziert und unter „Die Perle meiner Karriere“ alle Glanzlichter. Die gespielten Limits, Pokervarianten, Cash Game oder Turnier spielen dabei keine Rolle. Wir bitten aber jeden Beiträger, seine Hand und die Gedanken, die ihm beim Spielen durch den Kopf schossen, zu kommentieren.
Zunächst können die Gurken und Perlen von anderen Lesern nicht kommentiert werden, wir bereiten aber ein Feature vor, wodurch dies auf PokerRing möglich sein wird. Alle Einsendungen erbitten wir an info@pokerolymp.de.
Für den Startschuss opferte sich der Redakteur und liefert die folgende teure, tiefgrüne Gurke:
Die folgende Hand wurde an einem No-Limit Hold’em Cash-Game-Tisch im Internet gespielt. Einige Wochen zuvor hatte ich die beiden Bände von Dan Harrington gelesen und darin eine Hand entdeckt, in der Doyle Brunson mit einem Paar Könige seinen aggressiven Gegner immer nur callt.
Ich bekam im Big Blind 
und bis zum Small Blind wurde gefoldet. Der Small Blind, der wie ich mit maximalem Stack (100 BB) am Tisch sitzt, raist auf 4 BB. Ich stelle nun die erste Falle auf und calle nur. So würde ich vielleicht wieder spielen, habe deshalb noch nichts an meiner Spielweise auszusetzen, auch wenn ein Raise natürlich auch in Ordnung wäre.
Im Pot sind 8 BB und auf dem Flop kommen 

. Mein Gegner setzt mit 9 BB etwas mehr als Potgröße. Ich sehe mich weiterhin in Führung, das Board eröffnet keine Flush Draws und ich möchte einmal in meinem Leben Doyle Brunson sein. Daher calle ich.
Auf dem Turn kommt die
, die eine Straight mit 54, diverse Sets und einige Straight Draws ermöglicht. In einen Pot mit 26 BB setzt mein Gegner 27 BB. Mittlerweile bin ich vom Gedanken, Doyle Brunson zu sein und meinem Gegner den gesamten Stack abzunehmen, so beseelt, dass ich alle Warnungen über Bord werfe und auch keinen Gedanken an Protection verschwende. Erneut calle ich.
Als mein Gegner auf dem River mit
mit 60 BB All-In geht, ist mir schwindlig. Der Nachteil meiner Spielweise besteht darin, dass ich keinerlei Ahnung habe, was er hat. Ich bekomme Pot Odds von 4 zu 3, verliere gegen jede Fünf, gegen jedes Set und gegen AA und KK. Vorne liege ich nur noch gegen JJ, TT, 99 und 88 sowie Schrott. Über meinen Gegner weiß ich nichts, mir fallen aber wenige Kontrahenten ein, die hier ohne eine Fünf oder ein Set All-In gehen würden.
Ich beschließe, dass mein Gegner blufft, weil ich erstens so spielen will wie Doyle Brunson, zweitens wissen will, was er hat und drittens sauer über meinen Call auf dem Turn bin.
Nach meinem Call zeigt mein Gegner 
und schnappt sich den Pot mit 200 BB.
Na gut, ich bin eben doch nicht Doyle Brunson…
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