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Erick Lindgren - Finally he did it!

Erick Lindgren im Glück auf Platz Eins und die versammelte Clipcorner Familie darf sich mitfreuen. Am zweiten Platz Professor Tony G bei einer seiner ersten Vorlesungen im Wahlfach „Pokerwissenschaften“. Numerus Clausus gibt es nicht und jeder Lernwillige ist herzlich eingeladen. Und schließlich einen versöhnlichen Platz Drei. Phil Hellmuth und Tom Dwan friedlich vereint. – Viel Vergnügen!

von Götz Schrage

Erster Platz

Erick Lindgren und sein magischer Moment. Seit Jahren einer der prominentesten Namen auf der heiß diskutierten Liste: „Wirklich Weltklasse, aber trotzdem noch keine Bracelet!“ Seien Sie dabei und erleben Sie diesen historischen Finaltisch des $5000 Mixed Limit/No Limit Hold’em Events. Sein Gegner Justin Bonomo aka ZeeJustin. (Wenn ich mich richtig erinnere, gab es da doch Vorwürfe wegen Multi-Accounting). – Jedenfalls im folgenden Clip wirkt Justin durchaus sympathisch. Allerdings hat er das Pech, genau im falschen Moment zum Angriff zu blasen und das wird bitter bestraft. Man beachte die satanische 4 am Turn, die den Pot wirklich teuer macht. Nett anzusehen auch die finale Freude des Erick Lindgren. Bewegende Bilder und ein verblüffter Dealer, der gedrückt und geherzt wird.
Ob man sich für die Liste der Weltklassespieler, die noch kein Bracelet gewonnen haben, bewerben kann? Immerhin müsste da doch ein Platz frei sein. Und schließlich war ich in den frühen 90ern der Schrecken vom südöstlichen Wien. Falls Sie mich da nominieren könnten, wäre ich Ihnen mehr als dankbar.

Zweiter Platz

Was Mike Matusow kann, kann Tony G schon längst! Und damit meine ich nicht die scheinbar unkontrollierbaren Ausbrüche bei passender und unpassender Gelegenheit. Tony G als Pokerprofessor honoris causa spielt, spricht darüber und lässt uns alle teilhaben.
Ich liebe diese Clips aufrichtig, fast bin ich bereit, mir sogar ein wenig akutes Suchtverhalten einzugestehen. Gäbe es diese wunderbaren kleinen Dramulette der menschlichen Irrungen und Wirrungen statt gratis im Netz nur in dunklen Passagen bei ebenso dunklen Gestalten auf DVD zu erstehen, meine halbe Bankroll würde ich opfern. Besonders komisch, wenn Tony G mehrfach von einer „really good card“ am River spricht und dann trotzdem den Pot verliert und über seine etwas atemlosen Analysen über die Spielstärke seines Gegner amüsiere ich mich ebenfalls köstlich. Mehrfach habe ich mir die letzten 76 Sekunden angesehen, in denen überhaupt nichts mehr passiert. Exakter formuliert konnte ich sie mir deshalb nur anhören. Tony G hatte sein Headset weggelegt und offenbar vergessen auf die Stopptaste zu drücken. Ganz im Hintergrund und ziemlich am Ende hört man eine leise Frauenstimme. Allerdings ob die sicher schöne Unbekannte tatsächlich auf Russisch, Litauisch oder Australisch sagt: „Tony du Dummkopf, wieso hast du nicht früher aufgehört“ oder ob mir da mein Wunschdenken einen Streich gespielt hat, wir werden es nie erfahren.

Dritter Platz

Ich habe mich ja schon mehrfach als Verehrer von Phil Hellmuth geoutet (Phil Hellmuth - Das große Exklusiv-Interview). Besonders gut gefällt mir dazu passend der folgende kurze Clip. Phil Hellmuth und Tom Dwan aka „Durrrr“ friedlich und respektvoll vereint. Fälschlicherweise konnte man, nach den vielen Beats, die der Großmeister durch den jungen Heroen des Internets erleiden musste, von einer tief sitzenden Antipathie ausgehen. Im Moment der Erregung neigt Phil Hellmuth dazu, den siegreichen Gegner zum ahnungslosen Glückritter klein zu reden. Mit etwas Abstand hört sich dann aber alles doch viel freundlicher an und genau diese innere Einkehr und Erkenntnis macht ihn mir so sympathisch.
Allerdings auf eine lebenslange Freundschaft würde ich mich an Tom Dwans Stelle besser auch nicht verlassen. Spätestens beim nächsten 2-3 Outer am River gibt es garantiert eine weitere Explosion der Gefühle. Tja, wenn da nicht immer die lästige Kamera wäre. Da hat Dwan wenig Optionen und die Frage, gewinne ich lieber den Pot oder erhalte ich mir das gute Verhältnis zum Rekord Bracelet-Gewinner stellt sich gar nicht.


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