Phil Ivey – 3 Bullets sind genug!
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- Goetz Schrage, Freitag. 16. Mai 2008
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Am ersten Platz Phil Ivey und sein spektakulärer Energieschub. Auf Platz Zwei tauchen wir ein in die Welt der Pärchen bei Poker After Dark und erfahren den neuen Lieblingssatz der Clipcorner Redaktion. Und auf dem dritten Platz gibt es ein wenig Musikgeschichte aus pokerhistorischem Blickwinkel.
von Götz Schrage
Erster Platz
Was Sie wissen sollten. Phil Ivey ohne Kartenglück und bisher praktisch ohne Pots. Irgendwann reicht es ihm dann und er zwängt sich mit dem Klassier 6- 2 offsuit in die Partie und zelebriert in Folge seine Qualitäten. Nervenstärke und diesen gewissen Killerinstinkt, den man braucht, um am River noch das entscheidende dritte Bullet abzufeuern. Allerdings liegt die Klasse auch in der Vorbereitung. Phil Ivey hält sich zuerst vornehm zurück. Spielt praktisch keine Hand und somit haben seine Aktionen selbstverständlich die entsprechende Wertigkeit. Außerdem hat sich Ivey mit Chris Ferguson auch den perfekten Gegner ausgesucht. Der Mann kann sich von allem trenne, ohne mit der Wimper zu zucken und irgendwie scheint Phil Ivey die Unentschlossenheit seines Kollegen zu ahnen. Im Vorfeld lernen Sie übrigens ein paar australische Redewendungen. Man weiß ja nie, ob man das nicht einmal brauchen kann. Noch ein Wort zu Tony G. Dessen große Zeit als Bad Boy dürfte zu meinem Bedauern vorbei sein. Er sitzt zwar am Tisch, benimmt sich allerdings enttäuschend gut. Führt höflichen Smalltalk und auch in seinen spielerischen Aktionen gelingt es ihm nicht, irgendwelche bemerkenswerten Akzente zu setzen.
Zweiter Platz
Sie haben es gut. Sie müssen nicht alles sehen, was es an neuen Pokerfilmchen auf dem Markt gibt. Für diese Drecksarbeit gibt es chronisch überbeschäftigte und unterbezahlte Jungs wie mich. Unsere immer tüchtige News-Redaktion hatte darüber berichtet. Poker After Dark in der Edition.
Nun, ich habe mir das pflichtgemäß in voller Länge angesehen. Pokertube lieferte bisher acht Clips à 10.39. Lähmend kann ich nur sagen, es passiert praktisch nichts. Dagegen ist Stefan Raab Poker ein atemloser Thriller. Die langweilige Jennifer Hamann mit ihrem doppelt so langweiligen Mann. Dann der sympathische David Benyamine, ebenfalls von übersichtlichem Unterhaltungswert. Einzig und allein auf Jennifer Tilly und Phil Laak ist Verlass. Wobei Jennifer Tilly auch erst wirklich witzig wird, wenn sie gegen Ivey, Lederer oder Esfandiari antritt.
Mit Abstand den unterhaltsamsten der acht Clips habe ich für Sie herausgesucht. Erstmals gibt es eine beeindruckende Vorstellung in der Disziplin Karten wünschen. Und dann sagt Jennifer Tilly einen komischen Satz mit wahrhaft philosophischen Tiefgang über David Benyamine (ab jetzt mein Pokerlieblingssatz ) „You can´t buy-in in his reality.“ und nach einer kleinen Pause „He is French“. – So gesehen doch großes Kino!
Dritter Platz
Auch ich habe meine vorgegebenen Richtlinien. Bei aller künstlerischen Freiheit, an gewisse Regeln muss auch ich mich halten, sonst droht mir ein ernstes Gespräch mit meinem Oberboss. Qualifikation für den traditionell musikalisch orientierten dritten Platz etwa ist der schlüssige Pokerbezug. Im konkreten Fall ist die Beweisführung recht einfach. Erstmals beachten Sie bitte den (sehr kurzen) Kartentrick zwischen 2.55 und 2.57 (gute Kartentricks sollten sowieso niemals länger als zwei Sekunden dauern).
Und jetzt zu den musikalischen Angaben. „The thrill is gone“ in der Interpretation von Jerry Garcia und David Grisman. Um in Pokertermini zu bleiben Jerry Garcia war immer so eine Art Stu Ungar der Musikbranche und deshalb ist er jetzt logischerweise (grateful) dead. David Grisman lebt noch und ist zweifelsfrei als Doyle Brunson an der Mandoline. PS: Für alle Kartenartisten, wer den Trick von Sekunde 2.55 beherrscht, bitte den Beweisfilm an die PokerOlymp Redaktion (Mail). Es gibt einen kleinen Ehrenpreis und selbstverständlich wird der Film auch an dieser Stelle gewürdigt
Der zweite Clip wird bei Youtube unter dem Titel „Fullhouse Poker – Daniel Negreanu“ geführt. Schlichter Etikettenschwindel, aber trotzdem irgendwie nett anzusehen. Musikalisch untermalt mit dem schönsten aller Red Hot Chilli Peppers Song. Deshalb sei dem Fullhouse Poker Club ausnahmsweise vergeben. Die Jungs versuchen dann unverfroren die Kurve zu kratzen „Dedicated to Daniel Negreanu“ steht da im Abspann. Da wird sich der Daniel aber freuen. Obwohl? Eigentlich eine raffinierte Idee. Deshalb widme ich diesen Clipcorner gleich einmal Graham Greene und J.D.Salinger.
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