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Phil Hellmuth - Reine Nervensache: Teil 28

So lieben wir es. Phil Hellmuth ohne Nerven und mit einem gewaltigen Redeschwall. Auf Platz Zwei Jan Heitmann, der Greg Raymer mit einem Kartentrick verblüfft und schließlich am dritten Platz ein brandaktuelles Scotty Interview plus als Extrabonus einen schrägen, aber durchaus komischen Clip. – Viel Vergnügen!

von Götz Schrage

Erster Platz

Das ist einer dieser rasant schnellen Clips. Die Action startet unmittelbar und sofort. Von der ersten Sekunde an taucht man ein ins Geschehen. – Phil Hellmuth braucht man nicht extra vorzustellen und sollte Ihnen der Name Tom Dwan nicht gleich geläufig sein, spätestens beim Online-Kampfnamen „durrr“ läuten alle Pokerglocken.
Zurück zur Action, beide Spieler vor dem Flop all-in. Das sieht man zwar nicht im folgenden Filmchen, aber Sie können mir da vertrauen. Erst gab es ein Raise von Tom Dwan mit seinem Paar Zehn und ein schnelles Reraise von Phil Hellmuth, der sich kurzfristig über seine Asse freuen darf. Wir steigen also jetzt praktisch „live“ und gewohnt an der goldrichtigen Stelle ein. Schien Hellmuth am Flop noch weit vorne, bringt der Turn eine verhängnisvolle Wende. Chancen und Laune stürzen rapide ab und pünktlich am River erleben wir einen Phil Hellmuth in entrüsteter Gesprächigkeit. Respektabel wie Dwan kontra gibt. Bankroll und Selbstbewusstsein hat der Junge zweifelsohne. „Learn to play heads up Phil“ ist doch eine gewagte Antwort. Auch nicht schlecht, Hellmuth mit seinem altbewährten: „We’ll see if you will be around in five years”. Streiten auf höchstem Niveau zu unserer aller Plaisier. Dann plätschert der Clip ein wenig dahin, steigert sich aber gegen Ende hin dramatisch. Mike Matusow versus Joe Hachem. Bleiben Sie unbedingt dran, es zahlt sich aus! Auch Mike Matusow schwingt sich – nach längerer Pause – wieder zu einer Brandrede höchster Güteklasse auf.

Zweiter Platz

Für Jan Heitmann brechen wir sogar das heiligste aller Clipcorner Tabus. Kartentricks werden sonst konsequent mit stets anhaltender Ignoranz bedacht. Aber man kann sagen und schreiben was man will, den Trick kannte ich noch nicht in dieser Variante und auch der Vortrag von Jan Heitmann ist mehr als tadellos. Der dramaturgische Aufbau stimmt ebenso und das überraschende Moment für die abschließende Schlusspointe wird feinsinnig und geistreich antizipiert. Nur am Casting sollte Heitmann noch ein wenig arbeiten. Statt dem sympathischen Greg Raymer würde ich doch viel lieber sehen, wie etwa eine Vanessa Rousso verzaubert wird. Wenn ihr Jan Heitmann dann noch quasi als Zugabe, das Top weghexen würde, gäbe es auch 5 garantierte Zaubersterne. Diesmal reicht es nur für respektable vier Sterne. – Aber immerhin! Der regierende Zaubermeister Antonio Esfandiari muss sich wohl bald ernsthafte Sorgen um seinen Thorn machen.

Dritter Platz

Nicht wirklich Neues, nichts wirklich Gescheites, aber trotzdem wie immer unwiderstehlich. Scotty Nguyen im Gespräch. Diesmal mit Kimberly Lansing und bei hübschen Frauen wirft sich Scotty immer besonders in Zeug. – Wobei eines möchte an dieser Stelle einmal festhalten, diese hübschen und vor allen Dingen auch kompetenten Moderatorinnen imponieren mir gewaltig. Auch Tiffany Michelle von Pokernews ist immer topinformiert und stelle die richtigen Fragen im richtigen Moment. Aber zurück zu Scotty, nett auch zu beobachten, wie er sich bemüht Zigarette aus dem Bild zu halten, um dann im letzten Moment doch zu scheitern.
Dann hätte ich noch einen wirklich schrägen Clip. Leider in seiner Pointe alles andere als geschmackssicher, aber trotzdem komisch genug, um an dieser Stelle vorgestellt zu werden. Nicht für schwache Nerven und auch für Patienten mit schwachen Magennerven nicht zu empfehlen. Alle jenen, die das ein wenig überlange Blutbad tapfer bis zum Ende verfolgen, werden dafür mit einem recht netten Gag belohnt.


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