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Annette Obrestad: „Kill John“ – Vol I

Annette Obrestad und ihr Gespür für große Pots sehen Sie auf Platz Eins. Dann geht es mit der vom Clipcorner extra gecharterten Concorde mal eben schnell nach „Down Under“. Australische Cahsgames plus als kleines Extra Mike Matusow mit Tennisschläger in der Hand. Und schließlich auf Platz Drei ein kleines dramaturgisches Meisterwerk aus der „Lee Pokerstars Acting School“

von Götz Schrage

Erster Platz

Es ist soweit. Voll Stolz präsentiert Ihnen dieses Lichtspieltheater die lang erwartete finale Episode von: „Annette O. – Pokerleichen säumen ihren Weg“. Stundenlang hatte die Norwegerin den Finaltisch geradezu zertrümmert. Praktisch in jedem Pot riss sie die Action brutal an sich. Jeder am Tisch sollte es wissen und spüren, Annette Obrestad will die Schlacht gewinnen und Gefangene werden selbstverständlich nicht gemacht. Vielleicht hatten die routinierten Pros darauf spekuliert, dass das norwegische Fräuleinwunder aus dem Internet in irgendeiner Art Respekt zeigen würde vor echten Karten und echten Chips. Aber weit gefehlt.
All das sollte man wissen, um den folgenden Clip auch richtig genießen zu könne. Nur dann versteht man auch, warum John Tabatabi beim vorletzten großen Pot mit dem dritthöchsten Paar am Flop ins Verderben rennt. Und zur finalen Begegnung sei noch angemerkt, dass Annette Obrestad schon vorher mächtig Glück mit dem 7er-Pärchen hatte. Der Gegner AK und all-in, ein K am Flop und dann am Turn der ersehnte dritte Siebener. Süß irgendwie ihre Reaktion. Ganz und gar unamerikanisch, eben auf die norwegische Art wird streng nach innen gejubelt.

Zweiter Platz

Die beiden Clips vom „Aussie Million Cash Game“ bekommen von mir durchaus das Prädikat „Sehenswert“ verliehen. Allerdings muss man sich doch durch eine Menge verzichtbare Promotion durchkämpfen. Nur realistisch gesehen, ohne Sponsoren gäbe es diese spannenden Cashgames nicht als nette Filmkonserve frei haus. Die aktuelle Wettervorhersage für das kommende Wochenende ist mir leider nicht bekannt, aber sollte der Sonneschein auch nur kurzzeitig getrübt werden, schnappen Sie sich einen Softdrink Ihrer Wahl plus das obligatorische Popcorn und tauchen Sie ein in die australische Pokerwelt. Im ersten Clip gibt es wenig unspektakuläres Poker, aber dafür eine schräge Tenniswette zwischen Gus Hansen und Mike Matusow, der diesmal statt auf die falschen Karten, auf den falschen Tennisspieler setzt. Dabei bekommt unser aller liebster Mike noch eine Art „second chance“ und scheitert leider ebenso kläglich.
Im zweiten Clip sehen Sie dann Cash-Game Action vom Feinsten. Erst holt sich Gus Hansen mit seinem Pärchen einen blutigen Kopf gegen Robert Alexander und ein paar Pots später zeigt eben dieser Alexander wie man mit 85 offsuit entspannt mehr als $40.000 nachzahlen kann. Ob das eine gute Idee war, sei an dieser Stelle nicht verraten. Das müssen Sie sich dann doch selber ansehen.

Dritter Platz

Definitiv der Clip der Woche. Daniel Negreanu und der immer witzige Rury Mason (mittlerweile Stammgast im Clipcorner). Wobei von Rury erwarten wir ja schauspielerisches Talent und auch dieses komödiantische Timing, eine Pointe gut zu platzieren und den dramaturgischen Aufbau der Szene im Griff zu haben. Aber welches darstellerische Potential in einem Amateur wie Daniel Negreanu ruht, ist überraschend und mehr als nur respektabel. Großartig im Vortrag, wunderschön in der langsamen Steigerung liefern sich die beiden Schauspieler (bzw. Pokerspieler) einen bedrückend glaubhaften Dialog intensivster Präsenz. Alles steuert auf den tragischen Höhepunkt zu. Das Schicksal kann man nicht bluffen und auch nicht austricksen. Es passiert, was passieren muss. – In einer Nebenrolle ein feuchtes und in seiner Glaubhaftigkeit ebenso brillant überzeugendes Swimmingpool.


Diskutiere Annette Obrestad: „Kill John“ – Vol I ausführlicher auf PokerRing

Kommentare


der werthan
  • der werthan
  • 22.04.08

die gute annette o. mag ja eine sehr gute pokerantin sein, nur sympathisch ist sie so gar nicht.