Brian Townsend - Sein dümmster Call!
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- Goetz Schrage, Freitag. 01. Februar 2008
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Brian Townsend in ungewohnter Rolle auf Platz Eins. Statt Druck zu machen, manövriert er sich selbst in eine höchst unangenehme Situation. Eine der teureren Value-Bets und höchst spannend anzusehen. Am zweiten Platz sind wir alle miteinander quasi Gäste im Hotelzimmer von Gus Hansen. Und den dritten Platz teilen sich Marcel Luske und Daniel Negreanu in friedlicher Eintracht. Viel Vergnügen!
von Götz Schrage
Erster Platz
Das hätte man auch billiger gestalten können. Brian Townsend schaufelt die Dollar in den Pot als hätte der Große Floorman da oben den letzten aller schönen Pokertage verkündet. Wohlgemerkt Cashgame! Kein Turnier! Dollar, echte amerikanische Dollar und die hat jetzt alle Patrick Antonius. Besonders der letzte Call ist mir doch sehr rätselhaft. – Wobei es spricht sich natürlich aus der Distanz immer leicht und Poker spielen wird doch ein wenig leichter, wenn man alle Karten gesehen hat. Vielleicht gab es ja eine Vorgeschichte? Vielleicht haben sich Patrick Antonius und Brian Townsend schon so manche erbitterte Schlacht geschlagen, in der der sonst schweigsame Finne im Showdown nichts weiter als „Jack High“ deklarieren konnte. Man weiß es nicht – oder exakter formuliert, ich weiß es nicht. Sollten Sie eine Theorie haben, oder vielleicht überhaupt ganz anderer Meinung sein, freue ich mich über Ihre Kommentare.
Zweiter Platz
Gus Hansen hatte seine gute Form zurückgefunden und wollte darüber sprechen und wir wollen selbstverständlich gerne zuhören Ein Mann, der in drei Tagen mehr als eine Million Dollar gewinnen muss, um zu entdecken, dass er damit gerade die Verluste der vergangenen Woche abdecken kann, hat definitiv einiges zu erzählen. – Gus Hansen wirkt nach dieser virtuellen Pokerschlacht sichtlich entspannt und gut aufgelegt. Achten Sie bitte auf die so leichtfertig vorgetragene Ankündigung: „Maybe I´ll be playing a lot of internet poker the next couple of days“. Wie wir jetzt wissen, war das keine gute Idee. Unmittelbar nach diesem Video-Blog ging es dann leider wieder bergab. Irgendwie beruhigend zu wissen, auch Gus Hansen ist nur ein Mensch so wie Sie und ich. Kaum gelingt einem etwas, hält man sich für unbesiegbar und taumelt selig zur nächsten blutigen Nase. Aktuell kämpft Gus darum, dass er das er das zurück gewonnene einst verlorene Geld ein zweites Mal retour gewinnt. – Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.
Dritter Platz
Statt Musik gibt es diesmal auf Platz Drei zweimal EPT Dortmund. Unser Freund Marcel Luske in einer wirklich gelungen Compilation. Der Flying Dutchman spricht mit Gegner, Dealern und gleich auch noch mit den Karten – obwohl die doch fast nie zuhören können, wie man weiß. Besonders schön der holländische Klassiker: „If you don´t bet – I bet“ oder gefällt Ihnen die Marcels sanfte Ermahnung: „You can think about it – don´t put in the money so quick“ besser? Grammatikalisch vielleicht nicht wirklich Nuts, aber es spricht sich rund und geschmeidig.
Der zweite Clip macht mir Hoffnung. Meinen Lieblingsfilm der letzten Jahre „Lost in Translation“ habe ich ja schon an dieser Stelle erwähnt. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht ganz sicher, ob Sofia Coppola auch wirklich jede Woche meine Kolumne liest, aber ich gehe mal stark davon aus. Und spätestens nachdem diesem Clip – Daniel Negreanu irrt über eine Treppe, die ihn garantiert nicht dorthin rollt, wo sein Platz im großen Gefüge der Weltordnung wäre – wird sie das Drehbuch zur Fortsetzung schreiben: „Lost in Dortmund“
PS: Gestatten Sie mir jetzt noch ein paar Worte in eigener Sache. Liebe Sofia, du hast mir in „The Godfather Part III“ total gut gefallen. Das mit der Goldenen Himbeere war einfach feige und ungerecht. Der Film ist leider schlecht und Kritiker sind feige Warmduscher sind, haben sie deinen Vater geschont und sich auf dich gestürzt. Da musste ich einfach mal loswerden. Sollte das Projekt „Lost in Dortmund“ realisiert werden, komme ich selbstverständlich gerne einmal persönlich vorbei.
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Kommentare













Townsends call ist nicht so schlecht wie er aussieht. Die Range des Gegners ist hier in der Regel extremst polarisiert. Entweder er foldet immer oder nie. Wenn er nicht exploitet werden will, muss er öfters mal callen und ne Queen ist das Top seiner Range. Ich finde es nicht gut, diesen Call als dümmsten Call überhaupt darzustellen. Ob er jetzt gut oder schlecht war, da will ich mir kein Urteil erlauben, aber auf jeden Fall gehört er nicht in die Witzeecke.