John Juanda – Sein schwierigster Pot!

Was wirklich zählt? Brauche ich die bessere Hand oder genügt die bessere Position gepaart mit unschuldigem Optimismus? Auf Platz Eins ein nervenzerfetzendes Duell zwischen Jennifer Haman und John Juanda. Diese Woche am zweiten Platz sehen Sie Phil Ivey bei der vergnüglichen Arbeit. Und für den musikalischen und rauchenden Pokerspieler gibt es einen Clip auf Platz Drei, der beiden Passionen den verdienten Respekt zollt. – Viel Vergnügen!

von Götz Schrage

Erster Platz

Albtraum Set over Set. Die Höchststrafe für jeden wackeren Pokerspieler. Fast immer teuer und ein Stück weit entwürdigend. Man versucht eine Falle aufzubauen und sitzt mit jeden Chip selbst in dieser. John Juanda checkt am Flop seine drei Damen und Jennifer Haman kommt am Turn unschuldig und kurzfristig gratis zu ihrem Set 10er. Ein scheinbar verhängnisvoller Kauf und nur das möglich Flush schützt Haman zumindest vorerst vor der maximalen Beschädigung. – Was dann am River passiert, ist allerdings höchst spannend und bemerkenswert zugleich. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, Sie sollten sich das nicht entgehen lassen. Bemerkenswert auch noch, es handelt sich um ein Cashgame, also eine Disziplin in der John Juanda zu den unbestrittenen Größen gehört. Jennifer Haman wieder hat am Turn zwar nur ein Out, aber sie hat ihr Image und sie hat Position auf Juanda. – Wie schon erwähnt, den Rest müssen Sie sich selbst ansehen.

Zweiter Platz

Phil Ivey und Howard Lederer bei der Arbeit. Ein Vergnügen für jeden wahren Pokergenießer. Mehr als vier Minuten passiert nichts und alles zugleich. Howard Lederer platziert seinen virtuosen Semi-Bluff und Phil Ivey denkt, zögert, deutet einen Call an und zieht dann doch wieder zurück. Offensichtlich in der Hoffnung auf Informationen verwickelt er Howard Lederer in ein Gespräch. – Meine Lieblingsstelle ist, als Lederer den Spieß umdreht und Ivey nach seiner Hand fragt und scheinbar höflich und besorgt die Begründung hinterher schiebt: „.. how many outs you gonna have.“. – Nun die Instinkte von Phil Ivey sind selbstverständlich Weltklasse, aber das Störfeuer von Lederer spielt sicherlich in derselben Liga. Selten habe ich mit soviel Amüsement vier aktionslosen Minuten zugesehen und den Spruch von Lederer: „You are going home with the girl, I took to the dance“ werde ich mir garantiert merken und bei der nächsten besten Gelegenheit einsetzen. (Vielleicht nennt man mich dann auch endlich den Professor).

Dritter Platz

Das nenne ich mal einen richtigen Pokersong. Vorgeschlagen vom ehrenhaften MyPokerOlymp User „daniel b.good“ (Link). Ursprünglich ein Tex Williams Song, der damit im Jahre 1947 unaufhaltsam die amerikanischen Hitparaden stürmte. Inhaltlich dreht sich alles um den verführerischen blauen Dunst, allerdings in einer prominenten Nebenhandlung werden Pokerbegegnungen von solcher Spannung besungen, dass man sich unwillkürlich an der nächstgelegenen Zigarette festhalten möchte. Angesichts der aktuellen Entwicklungen hat man als rauchender Pokerspieler nicht gerade ein einfaches Leben. Ein Paar Könige auf der Hand, eine Zigarette lässig im Mundwinkel und wenn das eifrige Sondereinsatzkommando die Lokalität stürmt, hat man schon mal zwei Delikte fix am geduldigen Kerbholz. –Wobei der ambitionierte Raucher könnte ja theoretisch sein Glück draußen vor der zugigen Tür suchen. Nur, ob er dann die Karten mitnehmen darf und ob Dealer und Gegner bereit sind, ihm auf diesem schmachvollen Weg zu folgen, bleibt leider mehr als fraglich.


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